Interview mit Jane von Achtung Pflanzenfresser

Danke, Jane, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast 🙂

 

1. Bitte stelle dich zunächst kurz vor.

Ich bin Jane, 34 und wohne in Leipzig.

 

2. Seit wann bist du Veganer(in)?

Ich habe etwa im August 2011 angefangen umzustellen, nachdem ich einige Bücher gelesen hatte. Ich war als Jugendliche schon mal Vegetarierin aber habe nach ein paar Jahren aufgegeben, weil es kaum etwas zu bewirken schien, außerdem war ich wohl eher ein Pudding-Vegetarier, ich wusste noch nicht viel über gesunde Ernährung. Bin also 2011 quasi von Omni auf Vegan in relativ kurzer Zeit. Es gibt allerdings noch Lebensbereiche, die noch nicht vollkommen veganisiert sind außer der Ernährung. Aber ich sehe das als Entwicklung, für mich ist der Weg eher das Ziel.

 

3. War die Ernährungsumstellung für dich leicht oder hattest du ein paar Hürden zu überwinden … wenn ja, welche?

Ja, ich liebe Käse…und mit Gemüse konnte ich ursprünglich auch nicht wirklich viel anfangen. Außerdem ist es im Urlaub nicht gerade einfach. Vorbereitung ist alles, egal ob man weit wegfährt oder sich nur in der Stadt mit Freunden trifft.

 

4. Welche Veränderungen hat der vegane Lifestyle für dich gebracht?

Ich hab meine Probleme mit dem Wort Lifestyle, aber ich glaube ich weiß, worauf du hinaus willst. Wie gesagt, man muss mehr planen, man kauft auch sehr viel bewusster. Man wird sich auch anderer Problematiken bewusster, etwa das Plastikmüllproblem etc. Rein von der Ernährung her habe ich viel Neues kennengelernt und ausprobiert und es ist jetzt überhaupt nicht mehr so, dass ich mich nach dem Essen schwer und übervoll fühle oder so. Sicher ist auch mal ein veganer Käse oder ein Rezept ein Reinfall, aber die positiven Erlebnisse überwiegen.

 

5. Wie kommt dein Umfeld mit deiner Ernährungsweise klar?

Meine Eltern und Freunde gehen eigentlich ganz cool damit um, am Ende machen sie sich meist mehr Sorgen darum, dass ich zum Beispiel auf der Speisekarte eines Restaurants nichts finden könnte, als ich selber. Meine Mom kauft extra im Bio-Laden für mich veganen Aufstrich, wenn ich zu Besuch komme, obwohl ich natürlich immer was extra mitbringe um keine Umstände zu machen. Meine Kollegen fanden es am Anfang wohl eher merkwürdig, deswegen habe ich es am Anfang auch als 30 Tage Experiment getarnt. Aber ich glaube, das hat sich jetzt geändert, durch den veganen Hype ist das ja alles etwas bekannter geworden und wir hatten auch schon einige vegane Praktikanten. Irgendwie wirkt es jetzt normaler, als noch vor ein paar Jahren.

 

6. Ist das Leben als Veganer teurer, günstiger oder kannst du keine Unterschiede in Sachen Lebenshaltungskosten feststellen?

Man kann vegan genauso teuer oder preiswert leben, wie als Omni, denke ich. Man muss nur gut planen, andere Ressourcen nutzen. Ich persönlich gebe aber sicherlich mehr Geld aus, einfach weil ich mehr Bio kaufe und ein furchtbarer Neugierling bin … und immer gern neue vegane Ersatzprodukte ausprobiere, die nun mal teuer sind. Aber das ist ja selbst verschuldet.


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7. Hast du ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsfilm über den veganen Lifestyle?

Ich mochte „Anständig essen“ von Karen Duve sehr gern. Es ist einfach amüsant zu lesen, wie sie verschiedene Esskulturen (Bio-veggie-vegan-frutarisch) nacheinander durchprobiert und von ihren Erfahrungen berichtet. Und ganz nebenbei vermittelt sie noch einiges an Fakten. Lesenswert!

 

8. Wenn du jemandem, der/die den Schritt zur veganen Ernährung gehen möchte, 3 Tipps geben könntest, welche wären das?

Ich hab sogar zehn 😀  .Aber ok die wichtigsten sind wohl: Sieh es als Entdeckungsreise, probiere Neues aus: Es ist nicht unbedingt so, dass man als Veganer weniger verschiedene Dinge isst, als ein Normalesser, der Fokus verschiebt sich im besten Fall einfach nur auf bisher Unentdecktes. Die meisten Menschen essen ohnehin nur eine Handvoll Gerichte immer und immer wieder, wir sind ja Gewohnheitstiere . Informiere dich (wenn der Kopf aber vor allem das Herz weiß, warum du das alles tust, fällt es dir nicht schwer, vegan zu leben) aber vor allem: Du musst nicht perfekt sein, gehe einen Schritt nach dem anderen, das hier ist kein Wettbewerb. Eine Falle, in die viele Neulinge tappen, die erst voller Euphorie an die Sache herangehen und gleich alles auf einmal richtig machen wollen, dann völlig überfordert nach kurzer Zeit aufgeben…denn es gibt nunmal viele Baustellen. Aber so nützt das wenig, dann lieber weniger Gas geben und langfristig dabei bleiben…

 

9. Welche Rolle spielt das Thema „Tierrechte“ für dich?

Es muss jedem, der sich darüber schon mal informiert hat, klar sein, dass die Art und Weise, wie wir sogenannte „Nutztiere“ in der Massentierhaltung behandeln, nicht in Ordnung sein kann. Ich denke, auf dieser Basis dürften sich auch die meisten Ansichten vereinen lassen. Und ausgehend davon muss man dann auch alle weiteren Formen der „Tierbenutzung“ überdenken. Ich meine, dass absolutes Schwarz-Weiß-Denken in der Praxis nicht weiterhilft, eher ein schrittweises Umsetzen tierrechtlicher Prämissen, in erster Linie das Vermeiden von Leid.

 

10. Was sind deine aktuellen Projekte und wo können wir mehr über dich erfahren?
Schaut auf meinem Blog vorbei oder bei Facebook . Hier geht es um alle Fragen, die mich als Anfänger-Veganer bewegt haben, mit großem Fokus auf den gesundheitlichen Aspekt, aber ihr findet hier auch Reviews zu den Büchern, die ich gelesen habe und natürlich meine Rezept-Experimente.

 

Interview mit veganer Bloggerin

 


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